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Da bin ich also in Nice

Jetzt bin ich schon seit 3 Wochen hier und endlich geht mein Internet. Die nächsten Tage werd ich nützen, um die Ereignisse der letzten Wochen nachzutragen

11.2.07 19:26, kommentieren

Erster wirklicher Eintrag

Zusammenfassung der ersten Woche:
Am Samstag, dem 27.1 hab ich das verschneite München verlassen, um mein Auslandssemester an der Universite de Nice Sophia-Antipolis (sprich Nizza an der schönen und sonnigen Côte d' Azur) anzutreten.

Den Montag hab ich genützt, um mich in Nice bei Crous (die helfen Studenten in fast allen Angelegenheiten), genauer gesagt bei der zuständigen Frau für uns Erasmus Studenten zu melden (müssen alle Erasmus Studenten machen, damit die wissen, dass man da ist und das auch im PC gespeichert wird). Hab mich dort auch gleich für den Sprachkurs, der extra für Austauschstudenten angeboten wird, angemeldet. Da hab ich dann auch gleich zum ersten Mal mit dem komplizierten französischen System Bekanntschaft gemacht: Anstatt die 250€ für den Kurs dort einfach bar zu bezahlen, musste ich zuerst zur Post, dort das Geld auf das Konto der Uni einzahlen (dürfte dafür auch noch 5€ Gebühren zahlen), mir eine Bestätigung geben lassen und dann zurück zu Crous. Wieso einfach machen, wenns auch kompliziert geht?
Danach bin ich dann zur Fac des lettres, um mich dort an der Uni einzuschreiben. Diese liegt auf einem Hügel, mitten in einem vornehmen Villenviertel (Fabron), mit einem wunderschönen Blick aufs Meer und über Nice. Und das beste: Es gibt unieigene Parkplätze für Studeten
Dort erhielt ich dann erst einmal einen Stapel mit Formularen, die ich alle ausfüllen sollte *freude*. Danach holte ich mir auch gleich noch den Zeitplan mit den Kursen vom deutschen Institut.
Am Abend bin ich dann zum Einstufungstest meines Französischkurses und lernte somit auch gleich die ersten anderen Erasmus- und andere Austauschstudenten kennen .

Am Dienstag hab ich zwar Vormittags keinen Kurs an der Uni, aber ich bin trotzdem reingefahren, um die ganzen ausgefüllten Formulare und die gewünschten Unterlagen abzugeben und Abends bin ich zum ersten Mal in meinen Sprachkurs. Der hab ich jetzt immer Montag - Freitag von 18.00-19.30h. Wir sind ca. 20 Leute im Kurs und haben eine total liebe Dozentin.

Am Mittwoch bekam ich auch gleich meinen Studentenausweis und hatte meinen ersten Litterature Kurs (Lit. 1).

Damit komm ich auch gleich mal zum französischen Unisystem:
Hier gibt es keine Vorlesungen, sondern nur "Seminare". Ich mache hier die Kurse des 3.Jahres (die Franzosen zählen nicht die Semester, sondern die Jahre), was das letzte Jahr vor der licence (Uniabschluss) ist. Wenn man noch den Master machen will, muss man danach nochmal zwei Jahre dranhängen.
Es gibt hier leider nur sehr wenige Studenten, die Deutsch studieren (hier studiert man auch nur ein Fach und nicht gleich drei), somit sind die Kurse sehr klein. Es gibt auch keine Anwesenheitslisten, wie in München, und die französischen Studenten nehmen das mit der Anwesenheit auch nicht so genau, im Durchschnitt sind wir immer ca. 4-5 Leute pro Kurs...

Am Donnerstag hatte ich dann meinen zweiten Litterature Kurs (Lit. 2), wo ich auch auf Patrizia, die zweite vom germanistischen Institut aus München, traf .
Danach bin ich dann noch zu meiner zuständigen Dozentin des deutschen Instituts, ich durfte mich nochmal in eine Liste einschreiben und erhielt verschiedene Unterlagen (VLverzeichnis usw.).
Abends war dann ein Treffen für die neuen Erasmus-/Austauschstudenten (hier gibt es auch viele Studenten aus den USA, China usw.) in der Altstadt von Nice (Patrizia hatte mir davon erzählt, da mein Internet da noch net ging), wo ich auch gleich auf meine Leute von meinem Sprachkurs traf . Wir hatten total Probleme irgendwo reinzukommen, da wir einfach viel zu viele Leute waren... Letztendlich sind ein paar Leute aus meinem Sprachkurs und ich dann noch in ein paar andere Bars... War auf jeden Fall ein sehr gelungener Abend, hab total viele Leute kennengelernt .

Am Freitag bin ich dann gleich zum Einkaufen, um mir ein französisches Handy zu kaufen, weil das einfach zu teuer kommt mit dem deutschen hier...

Am Samstag haben meine Eltern (die ja noch da sind) und ich Nice angeschaut und viel eingekauft :

11.2.07 20:12, kommentieren

Zweite Woche und schon der erste Besuch :)

Am Montag bin ich zum ersten Mal in meinen Histoire de cinema Kurs. Dort schauen wir immer einen deutschen Film (in der Regel ältere, wie z.B. Nosferatu) und diskutieren danach noch etwas darüber, was für mich noch net so einfach ist, da der Dozent extrem schnell auf Französisch redet...

Und am Mittwoch hab ich mir dann noch einen Beckett Kurs des englischen Instituts (da man als Erasmus Student die Kurse sämtlicher Institute besuchen darf) angeschaut, der mir von einer Englischstudetin aus meinem Sprachkurs empfohlen worden ist. Der scheint auch wirklich sehr interessant zu sein und wir schauen uns auch regelmäßig englische Beckett Aufführungen auf DVD an .

Am Donnerstag hab ich mir noch einen weiteren Kurs, Civilisation, angeschaut (da gehts über die Geschichte Österreichs), der auch ganz ok ist... Somit steht mein Stundenplan jetzt und der hält sich in Grenzen (12 SWS) . Liegt aber daran, dass hier allgemein nicht so viele Kurs angeboten werden und im Vergleich zu anderen Erasmus Studenten hier, mach ich echt viel lol.

Übers Wochenende kam dann der erste Besuch: Sarah mit ihrem Bruder. Am Samstag sind wir nach Nizza und sind sehr viel in der Stadt und an der Promenade rumgelaufen. Am Sonntag kam dann Vormittags endlich der Internetmensch und hat das Internet installiert . Danach sind wir drei dann nach Cannes gefahren und abends über Cap d' Antibes (sooooooooooo schön) nach Nice zum Flughafen, damit die zweizurück nach München fliegen konnten. War ein sehr schönes Wochenende und hab mich sehr über den Besuch gefreut, aber am Ende war ich so kaputt

18.2.07 19:14, kommentieren

Dritte Woche und endlich allein

Am Montag sind meine Eltern wieder nach München. Eigentlich wollten sie erst Ende der Woche zurück, aber da Ende der letzten Woche die Tante meines Vaters gestorben ist, sind sie früher zurück, um bei der Beerdigung dabei zu sein, was ich auch total verstehe.

Musste mich die ersten Tage erst mal daran gewöhnen, einkaufen, putzen, kochen, waschen lol, aber man gewöhnt sich ja an alles. Und ich hab ja auch sehr nette Nachbarn, die regelmäßig nach mir schauen und auch öfters mal was für mich kochen

Am Mittwoch Abend sind wir dann abends zu dem Treffen des englischen Instituts gegangen, da uns eine Englischdozentin, die auch in unserem Sprachkurs ist (sie ist sozusagen "Austauschdozentin" aus den USA), uns dazu eingeladen hat. Dieses Treffen findet jeden Mittwochabend statt, ein paar französische Studenten singen dann auch und es war eigentlich ganz lustig.
Gesungen wird hier übrigens öfters: Regelmäßig sitzen Studenten mit ihrer Gitarre vor der Uni und spielen einfach drauf los. Das gibt dem Studentenleben hier schon einen besonderen Flair...

Am Donnerstag war dann ein Gastvortrag am deutschen Institut. Ein Prof. von der Uni Wien hielt einen Vortrag über Elfriede Jelinek, der wirklich sehr interessant war . Außerdem war es sehr erholsam mal wieder in einer "richtigen Vorlesung" zu sitzen, komischer Weise vermisse ich das hier doch total.
Es gibt zwar Dozenten, die ihr Seminar wie eine Vorlesung gestalten, also sprich nur reden, aber trotzdem muss man darauf gefasst sein, einfach aufgerufen zu werden. Und da wir immer nur so wenig Leute sind, kennen eigentlich die meisten Dozenten auch alle Namen der Studenten (Hier wird man übrigens immer mit dem Vornamen angesprochen, wie in der Oberstufe lol)...
Außerdem war sein Vortrag doch etwas anspruchsvoller, als die Seminare. Er hat net alles 5x wiederholt und v.a. redete er nur auf Deutsch (was wieder eher problematisch für die französischen Studenten war).
Nach dem Vortrag hatte ich noch 2 Stunden Zeit und bin dann einfach mal zu Fuß in die Altstadt Nizzas gelaufen, entlang der Promenade . Danach war ich aber ziemlich kaputt, weil den Hügel runter kommt man leicht, aber dann wieder rauf...

Am Wochenende hab ich dann hauptsächlich an meinen Hausaufgaben (v.a. im Sprachkurs kriegen wir immer sehr viel auf) gesessen und am Samstag war ich bei den Nachbarn zum Essen eingeladen. Da ja Karneval ist, wurden extra Karnevalspezialitäten für mich gekocht, die ich tatsächlich noch net kannte. Aber danach war ich soooooooo voll...
Eigentlich wollten wir Sonntag Abend zusammen Essen gehen (ein paar aus meinem Kurs), aber nach Samstag war mir wirklich net nach mehr Essen zu Mute, da hab ich dann doch lieber verzichtet

20.2.07 19:26, kommentieren

Gut, dass ich mich gegen die Residence entschieden hatte...

Am Montag ist hier in einer Bar immer Ladys Night, also sind wir (ein paar aus meinem Sprachkurs und ich) zusammen mal dorthin. Angeblich ist das die billigste Bar (und hier ist es echt teurer abends wegzugehen, als in München, aber allgemein ist das Leben hier viel teurer als in Deutschland), aber das Angebot für uns Mädels bestand darin, für 3€ den ganzen Abend so viel Champagner zu trinken, wie man will (und kann lol). Ich hab lieber darauf verzichtet, weil ich ja danach noch fahren musste und auch mal wieder ein paar Leute heimbringen sollte (bin eine der wenigen mobilen Leute hier lol). Allgemein fand ich den Abend jetzt net so spannend. Die Bar war einfach viel zu überfüllt und der Türsteher hat trotzdem immer noch Leute rein gelassen und auch das Publikum war net so der Hit (viele ältere Herren, weiß garnet, wie die an dem Türsteher vorbeigekomme sind, die wohl auf der Suche nach jungen Dingern waren) .
Man wird hier sowieso dauernd angemacht, egal ob vor der Uni, beim Tanken, oder am Strand/Promenade, was echt nervig werden kann...

Am Mittwoch hat mir dann Shenshen (eine aus meinem Kurs) mal ihr Zimmer im Studentenwohnheim gezeigt. Oh Gott! Ich hab ja schon so einiges darüber gehört, aber das ist ja echt Horror!!!! Die Residence (klingt toll, heißt aber eigentlich nur "Studentenwohnheim") ist hinterm Flughafen (also sehr weit weg vom Rest in Nice, dafür hört man immer schön laut die Flugzeuge), heruntergekommen und riesig (die meisten, die ich kenne, die in einem Studentenwohnheim wohnen, wohnen in diesem, weil es einfach das größte ist). Die Zimmer dafür sind umso kleiner (man kann sich grad mal umdrehen) und extrem hellhörig. Es gibt Etagenklos und Shenshen hat noch Glück, weil sie ne eigene Dusche im Zimmer hat (die meisten haben nämlich keine ). Und da laufen vielleicht komische Typen rum...
Eine Küche gibt es in ihrem Gebäude garnet, da muss sie immer in eines der anderen Gebäude (!). Und das Internet geht meistens garnet und wenn, dann nur ab ca. 1:00h nachts.
Da kann ich echt verstehen, dass fast alle Leute, die ich kenne, die in der Residence wohnen, wieder ausziehen wollen. Ist bloß leider net so einfach hier, weil es in Nice kaum freie und für Studenten erschwingliche Wohnungen gibt...
Haben dann ein biserl was gegessen, uns die neueste Gilmore Girls Folge aus den USA angeschaut und sind dann nochmal los in die Altstadt in eine Bar, wo es eigentlich wieder ganz lustig war.

Am Donnerstag war ich groß Einkaufen in Nice . Das ist hier aber auch einfach zu verführerisch...

Und dieses Wochenende hab ich dazu genützt um einzukaufen, das eine dicke Kafkabuch für meinen einen Litterature Cour zu lesen (bin immer noch net ganz fertig), zu Pflanzen (die leeren Töpfe, die hier immer runstanden, haben mir leer so garnet gefallen lol) und endlich mal meine Wäsche in Angriff zu nehmen...

25.2.07 16:33, kommentieren



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